Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie
Mit der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) will die Bundesregierung den Verbrauch von Primärrohstoffen senken und Stoffkreisläufe schließen.
- Das Bundeskabinett hat die NKWS am 4. Dezember 2024 verabschiedet und am 3. Juni 2026 ein Aktionsprogramm mit zwölf Maßnahmen beschlossen.
- Die Strategie setzt den Fokus auf elf Handlungsfelder, darunter zirkuläre Produktion, Bau, Fahrzeuge und Batterien, Metalle und Kunststoffe.
- Ab Ende 2026 soll das Förderprogramm „Zukunft Kreislaufwirtschaft“ starten; bis dahin ergibt sich für Unternehmen keine Frist.
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2 Minuten LesezeitDas Bundeskabinett hat am 4. Dezember 2024 die Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) verabschiedet. Das damalige Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) beschreibt sie als langfristigen Orientierungsrahmen für den Umstieg auf eine zirkuläre Wirtschaftsweise. Am 3. Juni 2026 folgte ein Aktionsprogramm, das die Umsetzung beschleunigen soll.
Leitgedanke der Strategie ist, den primären Rohstoffverbrauch zu senken, Stoffkreisläufe zu schließen und den Wert von Rohstoffen und Produkten möglichst lange zu erhalten. Bis 2045 soll der jährliche Verbrauch von Primärrohstoffen erheblich sinken. Als Orientierung nennt das Ministerium 6 bis 8 Tonnen pro Kopf. Heute sind es rund 16 Tonnen (BMUV, Stand 4. Dezember 2024). Bisher sind nur 13 Prozent der eingesetzten Materialien Sekundärrohstoffe. Die EU will diesen Anteil bis 2030 verdoppeln und bis dahin 25 Prozent des Bedarfs an strategischen Rohstoffen durch Recycling decken. Die Abfallmenge pro Kopf soll bis 2030 um zehn Prozent und bis 2045 um 20 Prozent sinken, jeweils gegenüber 2020.
Die Strategie setzt den Fokus auf elf Handlungsfelder, darunter Digitalisierung, zirkuläre Produktion, Fahrzeuge und Batterien, Bau und Gebäude, Metalle, Kunststoffe und öffentliche Beschaffung. Als Instrumente nennt das Ministerium Standards für langlebige Produkte, digitale Produktpässe, Rezyklateinsatzquoten für Kunststoffe auf EU-Ebene und ein weiterentwickeltes Recht auf Reparatur, damit Produkte länger halten und kreislauffähig sind. Die damalige Bundesumweltministerin Steffi Lemke sah Deutschland damit an der Spitze des Wandels: Die Strategie setze Anreize für Innovationen und mache die Wirtschaft unabhängiger von Rohstoffimporten.
Das Aktionsprogramm vom 3. Juni 2026 umfasst zwölf Maßnahmen. Die Bundesregierung treibt sie bis Ende 2027 voran. Bis 2029 sind für die Umsetzung der Strategie insgesamt 260 Millionen Euro eingeplant (Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit, Stand 3. Juni 2026). Das Geld kommt aus dem Klima- und Transformationsfonds (KTF). Ab Ende 2026 soll das neue Förderprogramm „Zukunft Kreislaufwirtschaft“ innovative Produktionsverfahren, die Wiedergewinnung kritischer Rohstoffe und digitale Anwendungen unterstützen. Schon im Herbst 2026 soll eine Umsetzungsplattform für Innovation und neue Projekte ihre Arbeit aufnehmen.
Die Strategie selbst ist kein Förderprogramm. Konditionen, Antragsberechtigte und Antragsweg für „Zukunft Kreislaufwirtschaft“ haben wir bis zum 3. Oktober 2026 auf den Seiten des Ministeriums nicht gefunden. Wer ein Vorhaben in einem der Handlungsfelder plant, findet in der Strategie die politische Richtung. Förderbedingungen enthält sie nicht.